Der amerikanische Kinderbuchillustrator Brian Selznick erzählt in seinem ersten Buch "Die Entdeckung des Hugo Cabret" die Geschichte des 12-jährigen Waisenjungen Hugo, der heimlich in einem Pariser Bahnhof Zuflucht gefunden hat und dort für das Aufziehen der großen Uhren verantwortlich ist.
Doch eigentlich hat er ein ganz anderes Ziel.
Hugos Vater, ein Uhrmacher, hat auf dem Speicher eines Museums einen beschädigten Automatenmenschen gefunden, die Hugo nun auf eigene Faust zu reparieren versucht.
Welches Geheimnis birgt die rätselhafte Puppe und liegt in ihr die Antwort zu dem plötzlichen Tod von Hugos Vater?
Was dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht, ist weniger der Text, sonder es sind die Illustrationen des Autors selbst. Diese sind nicht wie gewohnt die Veranschaulichung des Textes, sondern erzählen Passagenweise ähnlich wie ein Comic oder Graphic Novel, die Geschichte selbst weiter und verleihen dem Buch eine außergewöhnliche Stimmung.
Wenn man meint, man kennt das Geheimnis der Puppe, nimmt das Buch eine neue, überraschende Wendung und entführt den Leser in die Welt der Anfänge des Films. Es lohnt sich nach oder während der Lektüre auf jeden Fall, sich durch die links im Anhang zu klicken und die Videos anzuschauen.
Für diejenigen, die sowohl auf Kinder/Jugendbücher mögen als auch von guten Illustrationen fasziniert sind, werden dieses Buch lieben.
Hugo Cabret wurde 2011 von Martin Scorsese verfilmt, unter anderem mit Ben Kingsley, Jude Law und Sacha Baron Cohen. Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber der Trailer sieht toll aus!
Auf das Buch Von der Nacht verzaubert bin ich vor allem wegen der Jugendstilillustration des Einbands aufmerksam geworden, die ich wunderschön finde und die sich auch im Buch an den Kapitelanfängen wiederfindet.
Erzählt wird die nicht mehr ganz so außergewöhnliche Liebesgeschichte von Kate und Vincent. Katezieht nach dem Tod ihrer Eltern mit ihrer Schwester Georgiana von New York nach Paris, um dort bei ihren Großeltern zu leben. Während Georgiana schnell Freunde findet und mit ihnen das Pariser Nachtleben streift, vergräbt sich Kate lieber in Büchern.
Bald lernt sie den gutaussehenden Vincent kennen und während sich die beiden verlieben, muss Kate erkennen, dass er und seine Familie keine normalen Menschen zu sein scheinen.
Bei diesem Buch habe ich leider festgestellt, dass ich zurzeit erstmal genug habe von den Motiven und Charakteren, die spätestens seit Twilight in fast
jedem Jugendbuch dieser Sparte zu finden sind. Schüchternes, introvertiertes Mädchen
mit Problemen trifft auf überirdisch gutaussehenden Jungen mit
besonderen Fähigkeiten. Und so weiter.
Deshalb fällt es mir auch schwer, hier eine objektive Rezension zu schreiben.
Ich kann dem Buch zugute halten, dass es kein Vampirroman ist, so viel
sei schonmal verraten. Die Idee hinter den Revenants, denen Vincent
angehört, gefiel mir gut und auch die Atmosphäre und Beschreibung von Paris ist gelungen.
Für sich betrachtet ist das Buch ganz nett, eingereiht in diese Sparte jedoch nur durchschnittlich.
Wer noch nicht so übersättigt ist von dieser Art von Büchern und wer nicht mit der Erwartung an das Buch herangeht, etwas tatsächlich neues zu lesen, dem mag Von der Nacht verzaubert gefallen.
Für mich war es kein Reinfall, aber ich denke nicht, dass ich die beiden folgenden Bände der Trilogie lesen werde.
Der Name des Windes ist ein Buch, das ich eigentlich gar nicht lesen wollte - nicht, weil ich etwas dagegen hatte, sondern weil es mich einfach nicht sonderlich interessiert hat. Aber es hat mich immer und immer wieder in allen Bibliotheken und Buchläden hartnäckig auf die Schulter getippt, so dass ich es schließlich doch mitgenommen habe. Zum Glück!
Nachdem ich das Buch vorgestern ausgelesen habe, ist etwas passiert, was so bei mir nicht oft (oder nie) vorkommt. In Ermangelung des zweiten Teils habe ich das Buch einfach wieder aufgeschlagen und von vorn begonnen, weil ich mich noch nicht davon trennen konnte.
Der Roman beginnt, wie ich mir den Anfang in sehr vielen Fantasy Geschichte vorstelle. An einem Abend in einer Schänke. Aber bereits auf der ersten Seite wird der Leser von einer "dreistimmigen Stille" empfangen, "so tief und so weit wie der Spätherbst" und damit mit einem Schreibstil, der sofort fasziniert.
Schon bald stellt sich der Wirt der Schänke als ein anderer heraus, als der sympathische aber harmlose Mann, der er zu sein vorgibt und nach einem kurzen Auftakt beginnt er, einem Chronisten seine wahre Geschichte zu erzählen.
Kvothe, der Held der Geschichte, wächst bei einer Familie von Schauspielern auf, die wie Gaukler durch das Land ziehen. Nach einer Katastrophe landet Kvothe schließlich in der Großstadt und schildert dort seinen harten Kampf ums Überleben, bis er schließlich sein Ziel, die Universität erreicht um endlich den Namen des Windes herauszufinden.
Der Name des Windes wird häufig mit dem Herr der Ringe verglichen, oder auch mit Harry Potter. Ich kann nachvollziehen, warum diese Parallelen gezogen werden, allerdings gibt es auch große Unterschiede, die dieses Buch davon abheben.
Zum einen gibt es hier nicht den einen Bösewicht, und der Held hat nicht die Aufgabe, die Welt vor ihrem Untergang zu retten. Zwar gibt es die geheimnisvollen Chandrian, denen Kvothe auf der Spur ist, doch diese haben in der Welt von Kvothe einen Realitätsbezug, wie hier Rumpelstilzchen oder der Weihnachtsmann. Sie bleiben in Kinderliedern und Legenden lebendig, doch tatsächlich glaubt niemand mehr an diese Wesen.
Der Name des Windes ist nicht in einer mittelalterlich anmutenden Welt angesiedelt, wie es bei der High Fantasy soweit ich weiß meistens der Fall ist. Mal mutet die Umgebung mittelalterlich an, mal fühlte ich mich an die viktorianischen Kindheitserzählungen von Dickens erinnert, bis ich schließlich aufgehört habe, zu versuchen, dem Buch einen Stempel aufzudrücken und mich einfach in die Welt hineinfallen lassen habe.
In einem Interview erklärte Rothfuss, er wollte mit seinem Werk etwas anderes schaffen und sich nicht an die typischen, konventionellen Vorbilder der Fantasy anlehnen. Genau das ist ihm meiner Meinung nach perfekt gelungen.
Besonders positiv ist mir besonders der Sprachstil aufgefallen. Rothfuss schreibt zum einen sehr lebendig, zum anderen auch stellenweise beinahe poetisch.
Dieses Buch ist auf jeden Fall eines der besten dieses Jahr und ich kann es im Grunde Jedem wärmstens ans Herz legen. Ich denke, Der Name des Windes wird sowohl Fantasy und Jugendbuch Fans gefallen, als auch Lesern von Historischen Romanen - und allen anderen auch.
Klappentext: Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer?
Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von
seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von
einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben
– und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen
ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren
Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter
mysteriösen Umständen stirbt … Der erste Satz:Gerade als ich mich an den Gedanken zu gewöhnen begann, dass dieses Leben keine großen Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas seltsames.
Jacob ist mit den wunderlichen Geschichten seines Großvaters aufgewachsen, der ihm allabendlich von einer Gruppe außergewöhnlicher Kinder erzählte. Schließlich ist Jacob aus den Geschichten herausgewachsen und schenkt ihnen keinen Glauben mehr. Er führt das normale, etwas langweilige Leben eines normalen Jugendlichen. Bis sein Großvater stirbt und Jacob sich schließlich auf die Reise nach Wales macht, um den alten Geschichten auf den Grund zu gehen.
Wales hat mir als Schauplatz besonders gut gefallen und ist die perfekte Kulisse zum Gruseln; ein abgeschiedenes Dorf, Regen, Blitz und Donner, das Moor, gespenstische Häuser und ein tobendes Meer.
Die Glaubwürdigkeit der Protagonisten, sowohl die des Großvaters als auch die Jacobs, wird zu Beginn des Buches öfter in Frage gestellt und der Leser wird im Unklaren darüber gelassen, ob das Erzählte wirklich ist, oder sich nur in der Phantasie des jeweiligen abspielt. Ein Ansatz, den ich in dem Fall sehr spannend und interessant fand.
Was das Buch aber vor allem so besonders macht sind die zahlreichen alten schwarzweiß-Aufnahmen im Text, die die Erzählung illustrieren.
Mit Krimis und Thrillern komme ich angst-mäßig wirklich meistens ganz gut zurecht. Bei Gruselgeschichten sieht die Sache schon ganz anders aus. Und es gibt zwei Dinge, die ich bei sowas besonders schlimm finde: Gruselclowns und Gruselkinder. Da komm ich gar nicht mit klar. Und was sehe ich, als ich das Buch zum ersten Mal durchblättere? Eine alte Photographie mit gruseligen Kinderclowns! Da werd ich wirklich zum Mimöschen, schaue während des Lesens dauernd unters Bett und erschrecke mich vor wirklich allem, was sich bewegt.
Insofern hat das Buch auf jeden Fall meinen Nerv getroffen und ich habe es sehr gerne gelesen. Einen kleinen Punktabzug gibt es für den Schluss, aber da werde ich jetzt nichts verraten. Ich würde Die Insel der besonderen Kinder dennoch jedem weiterempfehlen.
Leider fehlten in meiner Ausgabe 20 Seiten, dafür waren 10 Blatt doppelt eingebunden. Ziemlich ärgerlich.
Hier ist der tolle Buchtrailer, den ich wirklich sehr gelungen finde und der genau die richtige Stimmung vermittelt.