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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Jed Rubenfeld - Morddeutung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts unternimmt Sigmund Freud seine einzige Reise nach Amerika. Mit ihm reisen befreundete Psychoanalytiker, darunter auch sein Lieblingsschüler Carl Gustav Jung. In Europa schon anerkannt stößt er in den USA auf harte Kritik und Ablehnung - und auf zwei rätselhafte Verbrechen, die es mit Hilfe der Psychoanalyse zu lösen gilt.
In dem neueröffneten Luxushotel New Yorks wird auf ihrem Zimmer eine unbekannte Frau umgebracht, nur wenig später verschwindet ihr Körper aus dem Leichenhaus. In der folgenden Nacht entgeht die schöne Nora diesem Schicksal nur knapp. Sie ist die einzige, die den Täter identifizieren könnte, doch sie hat sowohl Sprache, als auch ihr Gedächtnis verloren.
Freud überträgt diese Aufgabe seinem charismatischen Bewunderer und Kollegen Stratham Younger, aus dessen Perspektive der Roman zum größten Teil geschildert wird.
Die Spuren führen ihn in die schillernde High Society Manhattans, in der jeder sein eigenes Spiel mit der Wahrheit spielt und durch Intrigen und skrupellose Machtspiele sein eigenes Ziel verfolgt.
Während Younger zusammen mit Detektiv Littleton der Identität des Mörders immer näher kommt muss er sich entscheiden zwischen der Liebe zu seiner Patientin und seiner Professionalität als Arzt.

In dem faszinierendem Schauplatz des wachsenden Manhattans der Jahrhundertwende hat Jed Rubenfeld einen spannenden Thriller geschaffen, der durch die Gespräche zwischen den Psychoanalytikern einen auch für Laien verständlichen Einblick in die Psychoanalyse gibt. Der mittlerweile so häufig belächelte und karikierte Sigmund Freud wird vom Autor ernst genommen und seine Ideen objektiv dargestellt, was der Handlung aber nie die Geschwindigkeit nimmt.
Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet  und nicht jeder ist das, was er zu sein scheint.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Ursula Poznanski - Fünf

Der erste Satz: "Die Stelle an der sich sein linkes Ohr befunden hatte, pochte im Rhythmus seines Herzschlags"

Auf einer Weide wird im Nebel des Morgengrauens eine gefesselte Frauenleiche gefunden, die scheinbar von einen Felsen heruntergestoßen wurde. Doch was den Ermittlern Beatrice Kaspary und Florin Wenninger kopfzerbrechen bereitet, sind die Zahlenkombinationen, die der fremden Frau noch vor ihrem Tod auf die Fußsohlen tatowiert wurden.
Bald stellt sich heraus, dass es sich um Koordinaten handelt, die die beiden Kollegen zu einem morbiden Geocaching herausfordern. Denn in den Verstecken finden sie Leichenteile und immer mehr Menschen verschwinden...

Zunächst bin ich etwas skeptisch an das Buch herangegangen, da ich die Befürchtung hegte, dass dieses Thema etwas zu speziell für einen Nicht-Geocoacher wie mich sein könnte.
Das war allerdings überhaupt nicht der Fall. Schon von Beginn an wird man in die Regeln und Begriffe des Geocachings eingeführt, ohne dass lange Erklärungen die Handlung stocken lassen. Im Gegenteil, ich habe diese Infos gerne gelesen und habe richtig Lust, das mit dem Geocachen selbst mal auszuprobieren.

Die Ermittler tappen im Laufe der Erzählung lange im Dunkeln, während der Täter sein Spiel mit der Polizei spielt. Auch als Leser fiebert man bis zum Schluss mit, welche Zusammenhänge zwischen dem Täter und den Opfern bestehen, welches Motiv hinter den Taten steckt und auch wer letztlich der Täter ist bleibt lange unklar.

Sowohl die originelle Handlung, als auch die Protagonisten sind angenehm klischeefrei.
Naja fast.
Kein Thriller ohne den geschiedenen Ermittler, der zuviel Kaffee trinkt.. Doch auch den Nebenstrang, der Beas Geschichte und ihr Privatleben als alleinerziehende Mutter erzählt, habe ich gern mitverfolgt.

Ein sehr gut gelungender Thriller, der ohne die gängigen Prototypen und Cliffhänger auskommt und dennoch (oder gerade deshalb) extrem spannend und fesselnd ist - wie sagt man so schön - von der ersten bis zur letzten Seite.