So weiß wie Schnee, so
rot wie Blut, und so schwarzhaarig wie Ebenholz...
'Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen bei den sieben Zwergen ist noch tausendmal schöner als Ihr.'
Als sie den Spiegel so reden hörte, zitterte und bebte sie vor Zorn.
'Schneewittchen soll sterben,' rief sie, 'und wenn es mein eignes Leben
kostet.'
Darauf ging sie in eine ganz verborgene einsame Kammer, wo
niemand hinkam, und machte da einen giftigen giftigen Apfel.
Äußerlich
sah er schön aus, weiß mit roten Backen, daß jeder, der ihn erblickte,
Lust danach bekam, aber wer ein Stückchen davon aß, der mußte sterben.
Den Anfang der Fotoaktion macht Michaela Thewes von Pixelofen.
Vielen Dank für die wunderschönen Bilder!
Michaela ist seit 2008 als Fotografin tätig und hat sich insbesondere auf Hochzeitsbilder und Portraitfotografien spezialisiert.
Wenn ihr auch bei der Fotoaktion mitmachen möchtet,
schreibt mir einfach eine Mail an schoene.n.welt@gmail.com
schon seit längerem schaue ich mich auf verschiedenen Fotoblogs um und habe viele entdeckt, die mir sehr sehr gut gefallen.
Ich würde
gerne auf diesem Blog einige Fotografien zeigen, die in irgendeiner Weise mit Büchern zu tun
haben. Wenn genug mitmachen, könnte vielleicht auch eine neue Rubrik
daraus werden.
Und da seid ihr gefragt!
Ich habe leider weder das Talent, noch die Ausrüstung um so künstlerische Fotos zu machen.
Die
Fotos können Bücher darstellen, oder ganz andere Motive, die von
Büchern, Texten, Gedichten inspiriert sind. Spontan fallen mir da
Schneewitchen Motive ein oder Alice im Wunderland, Blumen die zu einem
Gedicht passen oder ein Bahnhof, der dann Bezug zu Anna Karenina hat..
Ich bin da völlig offen und sehr gespannt auf Eure Ideen und Einfälle. Die Fotografien können auch gerne schon bei Euch veröffentlicht sein.
Und bei jedem Foto würde natürlich eine kurze Vorstellung von euch und eurem
Blog stehen.
Ich freue mich auf Eure Antworten per Mail an schoene.n.mail@gmail.com oder gleich hier.
Liebe Grüße,
Anna
P.S. Mittlerweile haben sich schon viele tolle Fotografinnen für die Aktion gemeldet, das freut mich wirklich sehr!
Ich werde Eure Bilder nun im Abstand von einer Woche (jeden Donnerstag) veröffentlichen.
Hier ist die Liste von denen, die mitmachen.
Vielen Dank an Euch!
Zuerst wird die Buchseite mit Kleber eingepinselt und aufgerollt. Am besten um einen Schaschlikspieß herum, das geht einfacher und ergibt ein Loch da, wo der Faden am Ende durch soll.
Diese Papierperlen auf das Stoffband auffädeln.
Dann, am Besten mithilfe einer Nadel, das Band immer durch das untere Ende der nächsten 'Perle' ziehen. So:
Immer so weiter, bis das Armband lang genug ist. Ich habe 29 Röllchen dafür gebraucht.
Viel weniger Arbeit macht die andere Variante. Hier habe ich die Buchseiten aus "Stolz und Vorurteil genommen und weiße Perlen zwischen den Buchseiten aufgefädelt.
Die Leiden des jungen Werther war die einzige Schullektüre für den Deutschunterricht, die ich nie ganz gelesen habe- und an die ich mich noch beinahe 10 Jahre später nur schaudernd zurückerinnert habe.
Nach dem Abitur landete auf einer Gartenparty etwa ein Dutzend Werther auf dem Grill und wurde feierlich verbrannt.
Mein Exemplar habe ich zwar nicht dazugelegt, weil ich trotz allem die Bücherverbrennung nicht gutheißen kann. Ein gewisses Maß an Verständnis konnte ich allerdings damals nicht verhehlen.
Ach Goethe, was war das für eine Quälerei!
Die Erwähnung des Namens Goethe entlockte mir bis heute trotz Germanistikstudiums und bei aller Liebe zur Literatur bloß ein resigniertes bis schuldbewusstes Aufseufzen.
Über ein Jahrzehnt nach der Lektüre liege ich nachts wach im Bett, mit dem iPhone in der Hand und teste mal aus, was die ebooks so können. Damit M. ausnahmsweise mal im Dunkeln einschlafen kann und nicht im Licht einer Leselampe. Und siehe da - Der Werther kostet nichts!
Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!
Worum geht es also in Kürze? Werther kommt in das kleine Dorf Wahlheim und verliebt sich in Lotte. Sie ist jedoch schon einem anderen versprochen, Albert. Und bei allem Übel stellt sich der Konkurrent auch noch als recht sympathischer, wenn auch spießiger Zeitgenosse heraus. Werther bleibt nichts anderes übrig, und ich denke da wird hier nicht zuviel verraten, als den Freitod zu wählen.
Es ist fast schon paradox, den Werther als altbacken, spießig, langweilig oder verstaubt zu bezeichnen. Zeitgenössische Kritiker fanden dieses Werk ebenso rebellisch wie revolutionär und das aus guten Gründen. Wer sich einmal auf den Stil eingelassen hat (über den, großartig wie er ist, an anderen Stellen schon genug geschrieben wurde), findet in Die Leiden des jungen Werther ein Buch voller Leben, Energie und Tatendrang, Euphorie und Liebe.
Fast atemlos schreibt Werther sich in diesem Briefroman seine Gefühle vom Herzen, stammelt und strauchelt manches Mal durch die Worte, die seine Seele derart bewegen, verlässt den Schreibtisch mitten im Satz--
Mit diesem Werk begründete der 24- jährige Goethe im Jahr 1774 seinen internationalen Erfolg und wurde zu einer Art Popstar des Sturm und Drang.
Zahllose Jugendliche nahmen sich den Kleidungsstil des Werther zum Vorbild -und manchmal auch das Leben. Der empfindsame wie melancholische Jugendliche im Werther-Outfit war der Hipster des 18. Jahrhunderts. Man trug die Tracht als Zeichen seiner Haltung gegen alles Bürgerliche und der Ausdruck "Herr Albert" wurde zum Schimpfwort für all diejenigen, die der gesellschaftlichen Norm allzusehr entsprachen*. Dazu kam eine wahre Merchandise Industrie auf, die Werther-Fanartikel auf den Markt warf. Neben der Mode (blauer Frack, gelbe Weste, grauer Filzhut, Lederhose) gab es das Parfum "Eau de Werther", bedruckte Fächer, allerlei Nippes und mit Werther-Szenen bedrucktes Geschirr (-> Hier).
Denjenigen, die auch ihren Frieden mit Goethe schließen wollen oder einfach einen tollten Film sehen möchten, sei der Film Goethe! ans Herz gelegt, in dem die Liebesgeschichte zwischen Goethe und Charlotte Buff erzählt wird- und ganz nebenbei die Entstehungsgeschichte der "Leiden des jungen Werther".
Am Sonntag haben auch wir die imm-Cologne in Köln besucht. Besonderes Augenmerk lag für mich dabei- natürlich auf den Bücherregalen.
Am letzten Besuchertag war es dementsprechend voll auf der Messe und es war nicht leicht, Photos zu machen, ohne Leute im Bild. Deshalb sind einige der Bilder leider etwas verwackelt, wenn ich schnell den freien Moment nutzen musste um zu knipsen.
Prostitution, bittere Armut,
Alkoholismus, Krankheit, Gewalt. Hier, in den ärmlichen Gegenden von
Sankt Petersburg, Mitte des 19. Jahrhunderts, liegt der
verarmte ehemalige Student Rodion Raskolnikow in seinem sargengen
Zimmer und sinnt nach. Entspinnt eine Theorie von höheren und
niederen Menschen, verwirft jegliche Moral und plant rational und
kaltblütig den Mord an einer alten Pfandleiherin, die für ihn nicht
mehr ist, als eine Laus über die er hinübersteigt, um an ein
höheres Ziel zu kommen.
Dieser Mord gelingt ihm, er kann unbemerkt
verschwinden und jeden Verdacht von sich weisen. Dennoch - sein Plan
ist gescheitert. Nichts bleibt von der Vernunft und der Rationalität.
Raskolnikow verfällt in Wahnsinn und Fieberträume, konfrontiert mit
der Tatsache, in seiner eigens geschaffenen Moralvorstellung zu
versagen und über sich selbst so hart urteilen zu müssen, wie er es
zuvor bei seinen Mitmenschen getan hat. Unfähig, sich seinem Umfeld
zu stellen verstößt er wohlwollende Freunde und letztendlich sogar
Mutter und Schwester, innerlich zerrissen und unfähig zu handeln.
Erst die gläubige Prostituierte Sonja scheint zu ihm vordringen zu
können.
Dostojewski ruft unbarmherzig eine Welt der Armut ins
Leben, schont den Leser nicht, indem er ihm die schrecklichen
Verhältnisse und Tatsachen nicht erspart, ohne zu beschönigen und
so liegt beim Lesen stets eine schwermütige, trübselige Stimmung
über der Szenerie.
Wir dürfen den Überlegungen Raskolnikows bis
ins Detail folgen, uns mit ihm durch seine unklaren Fieberträume
quälen, und seine widersprüchlichen, nebulösen Gedanken
betrachten, bis wir durch diese tiefen Einsichten vielleicht sogar
dem jähzornigen, unsympathischen Mörder mehr Zustimmung zuteil
werden lassen, als wir es uns wünschen.
Ein Werk, das mehr
als nur einen interessanten Denkanstoß geben kann und gewiss eine
Bereicherung darstellt. Abgesehen davon ist Schuld und Sühne auch
eine fesselnde Kriminalgeschichte, dessen einziger Makel für mich der stark
moralisierende Schluss ist.
"›Wo habe ich‹, dachte
Raskolnikow im Weitergehen, ›wo habe ich doch gelesen, wie ein zum
Tode Verurteilter eine Stunde vor seinem Tode spricht oder denkt?
Dass, wenn ihm die Möglichkeit gewährt würde, irgendwo hoch oben
auf einem Felsen zu leben, auf einer so schmalen Platte, dass gerade
nur die beiden Füße Raum zum Stehen fänden, und ringsumher wären
Abgründe, Ozean, ewige Finsternis, ewige Einsamkeit und ewiger
Sturm, und wenn er so, auf dem schmalen Platze stehend, sein ganzes
Leben, tausend Jahre, eine Ewigkeit zubringen könnte: dass es ihm
dann besser scheinen würde, so zu leben, als gleich zu sterben! Nur
leben, leben, leben! Wie, ist gleichgültig; nur leben! … Und das
ist wahr! 0 Gott, wie wahr! Der Mensch ist ein Schuft!… Und ein
Schuft ist, wer ihn deswegen Schuft nennt!‹ fügte er einen
Augenblick darauf hinzu."
Für ein Windrad aus Buchseiten braucht ihr zwei Blatt Papier- einmal die Buchseite und ein buntes Papier. Diese schneidet ihr in der gleichen Größe zurecht und klebt sie aufeinander. Für meine habe ich wieder einen normalen Notizzettel als Schablone genommen.
Dann werden alle vier Ecken eingeschnitten...
... und in der Mitte aufeinandergeklebt.
Während das Papier trocknet könnt ihr schonmal den Stiel vorbereiten. Schneidet dazu ein bis zwei lange Streifen aus dem Buch aus und klebt diese um einen Schaschlikspieß.
Mit einer bunten Heftzwecke könnt ihr jetzt das Windrad am Stiel befestigen.